Was ein Passwort stark macht
Ein Passwort ist so stark, wie schwer es zu erraten ist. Gemessen wird das als Entropie in Bit: Jedes Bit verdoppelt die Zahl der Versuche, die ein Angreifer im Schnitt braucht. Bei einem zufällig erzeugten Passwort gilt Länge × log₂(Zeichenvorrat). Zufällig ist dabei entscheidend: Ein Passwort, das Sie sich ausdenken, hat fast immer deutlich weniger Entropie, als es aussieht — „Sommer2024!“ erfüllt jede Komplexitätsregel und steht trotzdem in jeder Wortliste.
- Länge schlägt Komplexität. Ein Zeichen mehr bringt mehr als ein zusätzlicher Zeichentyp: 16 Kleinbuchstaben ergeben 75,2 Bit, 12 Zeichen aus allen 94 druckbaren ASCII-Zeichen nur 78,7 Bit.
- Nie wiederverwenden. Wird ein Dienst gehackt, probieren Angreifer die erbeuteten Zugangsdaten automatisch bei anderen Diensten aus. Ein starkes Passwort, das Sie fünfmal nutzen, ist nur so sicher wie der schwächste der fünf Dienste.
- Einen Passwortmanager nutzen. Er merkt sich die zufälligen Passwörter, sodass Sie sich nur noch ein starkes Master-Passwort (am besten eine Passphrase) und die Zwei-Faktor-Anmeldung merken müssen.
- Zwei-Faktor-Anmeldung dort aktivieren, wo es sie gibt: Sie schützt auch dann, wenn ein Passwort doch einmal abfließt.
Richtwerte (Entropie bei Zufallserzeugung): 8 Zeichen aus 94 = 52,4 Bit · 12 = 78,7 Bit · 16 = 104,9 Bit · 20 = 131,1 Bit. Passphrase mit diesem Wortschatz: 4 Wörter = 40 Bit · 6 = 60 Bit · 8 = 80 Bit. Für Online-Konten mit Sperre nach Fehlversuchen reichen rund 60–80 Bit; für ein Master-Passwort oder Verschlüsselung, bei der ein Angreifer offline unbegrenzt raten kann, sind 80 Bit und mehr sinnvoll.
Passwort oder Passphrase?
Ein Zufallspasswort aus Buchstaben, Ziffern und Symbolen packt viel Entropie in wenige Zeichen — ideal, wenn es ein Passwortmanager einträgt und Sie es nie tippen müssen. Eine Passphrase aus zufällig gezogenen Wörtern ist länger, aber leichter zu merken und zu tippen: Sie eignet sich für das Master-Passwort des Passwortmanagers, die Anmeldung am Rechner oder die Festplattenverschlüsselung.
Der Wortschatz hier umfasst genau 1024 Wörter, jedes Wort bringt also 10 Bit. Fünf Wörter ergeben 50 Bit, sieben 70 Bit, acht 80 Bit. Das Verfahren bleibt auch dann sicher, wenn ein Angreifer die Liste kennt — die Stärke liegt im Zufall der Auswahl, nicht in der Geheimhaltung der Liste. Wichtig: Die Wörter müssen tatsächlich ausgewürfelt sein. Wörter, die Sie selbst auswählen, sind meist viel vorhersagbarer. Der optionale Ziffernzusatz bringt etwa 3,3 Bit; Großschreibung und Trennzeichen ändern die Entropie nicht, sie helfen nur bei Anmeldeformularen mit Formatvorgaben.
So wird hier erzeugt (CSPRNG)
Die Zufallszahlen kommen aus crypto.getRandomValues, dem kryptografisch sicheren Zufallszahlengenerator (CSPRNG) des Browsers, der vom Betriebssystem gespeist wird. Math.random() wird bewusst nicht verwendet: Es ist nicht für Geheimnisse gedacht und seine Ausgaben sind vorhersagbar.
Damit kein Zeichen häufiger vorkommt als andere, wird ohne den üblichen Modulo-Fehler gezogen: Aus einer 32-Bit-Zufallszahl wird nur dann ein Index berechnet, wenn sie in den größten Bereich fällt, der sich gleichmäßig auf den Zeichenvorrat verteilen lässt; sonst wird neu gezogen („Rejection Sampling“). Jedes Zeichen wird unabhängig aus dem gesamten Vorrat gezogen. Fehlt in einem Ergebnis eine der gewählten Zeichenarten, wird das ganze Passwort verworfen und neu erzeugt — so ist jede gewählte Art enthalten, ohne dass das Ergebnis verzerrt wird.
Die angezeigte Entropie ist Länge × log₂(Zeichenvorrat); für 20 Zeichen aus 94 Symbolen sind das 131,1 Bit. Das Ausschließen verwechselbarer Zeichen (0, O, 1, l, I) senkt den Wert nur minimal (89 statt 94 Zeichen). Die Pflicht, jede gewählte Zeichenart zu enthalten, kostet bei normalen Längen nur Bruchteile eines Bits. Alles läuft in Ihrem Browser: Es gibt keine Netzwerkanfrage, und nichts wird gespeichert.
Fragen
Ist es sicher, ein Passwort im Browser zu erzeugen? Ja, sofern der Browser und das Gerät vertrauenswürdig sind. Der Browser-Zufallsgenerator ist für genau diesen Zweck gedacht. Das Passwort wird lokal berechnet und nicht übertragen; den Quelltext dieser Seite können Sie selbst prüfen, und Sie können nach dem Laden sogar die Netzverbindung trennen. Unsicher wäre eher ein Rechner mit Schadsoftware oder einer zweifelhaften Browser-Erweiterung — dagegen hilft kein Generator.
Sieht der Betreiber dieser Seite mein Passwort? Nein, es verlässt Ihren Browser nicht. Wie lang sollte es sein? Für Konten mit Passwortmanager 16–20 Zeichen, für Master-Passwörter eine Passphrase mit mindestens 6–7 Wörtern. Brauche ich Symbole? Nur, wenn ein Dienst sie verlangt; mehr Länge bringt meist mehr. Manche Dienste lehnen bestimmte Sonderzeichen ab — dann Symbole abwählen und die Länge erhöhen. Soll ich ein Passwort regelmäßig ändern? Nicht ohne Anlass: Ändern Sie es, wenn ein Dienst gehackt wurde oder Sie es wiederverwendet haben. Zwischenablage: Kopierte Passwörter können in Verlaufsfunktionen landen; ein Passwortmanager erledigt das sicherer.
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