Zuerst ausprobieren: der Büro-Morgen. Auf „Arbeitstag starten“ drücken und zuschauen. Nach einigen Sekunden steht ein Schreibtisch auf dem Bildschirm: Tagesplan, Deck-Board, Ordner, Team-Chat, das Briefing und drei Belege. Die Belege zeigen, was n8n gerade wirklich in Nextcloud angelegt hat.
Was der Workflow liest
- Kalender: alle Termine von heute und morgen, per CalDAV. Wiederkehrende Termine löst der Server schon auf. Daraus rechnet n8n die freien Lücken im Tag.
- Deck: die Karten des Boards mit Fälligkeit. Überfällig, heute fällig, bald, später. Genau die Spalten, die man morgens sehen will.
- Dateien: der Demo-Ordner per WebDAV. Was ist in den letzten 24 Stunden neu dazugekommen? Ein Angebot, eine Rechnung, ein Protokoll.
- Talk: die letzten Nachrichten im Team-Chat. Wer wartet auf eine Antwort?
Was der Workflow schreibt
- Deck-Karte „Heute: Top 3“: die drei Prioritäten als Checkliste, in der Spalte „Heute“. Man hakt sie ab, wo man ohnehin arbeitet.
- Briefing als Markdown-Datei:
Briefing-Datum.mdim Ordner Briefings. Prioritäten, Puffer, was man delegieren kann, was im Chat zuerst dran ist, ein Tipp. - Fokuszeit im Kalender: ein Termin in der ersten freien Lücke. Dann sieht auch das Team, dass jetzt nicht der beste Moment für einen Anruf ist.
Das ist der eigentliche Punkt: Das Briefing bleibt nicht in einem Chatfenster hängen. Es landet in den Werkzeugen, die das Büro sowieso jeden Tag öffnet. Für ein kleines Büro reicht das oft schon als Morgenroutine.
Datenschutz: nur ein Demo-Bereich
Der Workflow läuft gegen meinen Nextcloud-Server, aber nur in abgeschotteten Demo-Bereichen mit dem Namen „n8n-Demo“: ein eigener Kalender, ein eigenes Deck-Board, ein eigener Ordner, ein eigener Talk-Raum. Darin liegen nur fiktive Daten der „Musterbüro GmbH“, mit ausgedachten Kolleginnen und Kollegen. Echte Termine, Dateien oder Nachrichten sieht hier niemand.
- Ein Code-Knoten legt alle erlaubten Adressen fest. Jede URL wird dagegen geprüft, bevor eine Anfrage rausgeht. Zeigt eine woandershin, bricht der Lauf ab.
- Aus den Antworten übernimmt n8n nur eine feste Liste von Feldern: Titel, Zeiten, Dateinamen. Keine Besitzer, keine Benutzer-IDs.
- Von dir schickt die Seite nichts an Nextcloud. Für die Begrenzung pro Stunde speichert der Server höchstens eine Stunde lang einen gesalzenen Hash der IP-Adresse.
So ist der Workflow gebaut
- Webhook: Dein Klick startet den Workflow. Davor prüft der Server die Pause zwischen zwei Morgen und das Limit pro Stunde und Tag.
- Demo-Bereich festlegen: Ein Code-Knoten setzt Kalender, Board, Ordner und Talk-Raum. Alles andere ist tabu.
- Sechs Abfragen gleichzeitig: CalDAV REPORT für die Termine, ein PROPFIND für die Kalendereinträge, die Deck-API, zwei WebDAV-PROPFIND für Ordner und Briefings, die Talk-API. Ein Merge-Knoten sammelt alles ein.
- Büro-Lage auswerten: Ein Code-Knoten sortiert die Karten nach Fälligkeit, findet neue Dateien und die erste freie Stunde für die Fokuszeit.
- KI-Assistent: gpt-oss-120b bei IONOS in Deutschland. Er bekommt nur diese Fakten und darf nichts erfinden. Er antwortet als JSON: drei Prioritäten, Puffer, Delegieren, Chat, Tipp. Antwortet er nicht, baut n8n das Briefing selbst nach einer Vorlage.
- Drei Schreib-Knoten: Deck-API für die Karte, WebDAV PUT für die Datei, CalDAV PUT für die Fokuszeit.
- Automatisch aufräumen: Damit sich nichts stapelt, löscht der Workflow ältere Karten, Briefings und Fokuszeiten, die er selbst angelegt hat. Es bleiben höchstens die letzten 5. Danach frischt er die Demo-Daten auf, damit die Fälligkeiten zum heutigen Tag passen.
Selbst bauen
Der Workflow liegt als JSON zum Importieren bereit. Geheimnisse sind entfernt, Platzhalter sind markiert: die Adresse deiner Nextcloud, der Benutzer, der Talk-Raum, der Webhook-Pfad und die Seite, die das Ergebnis annimmt. Dazu kommen zwei Zugangsdaten in n8n: ein App-Passwort für Nextcloud (Basic Auth) und ein Schlüssel für eine OpenAI-kompatible KI.
Mein Rat: Fang genauso an wie hier. Leg in Nextcloud einen eigenen Kalender, ein eigenes Board und einen eigenen Ordner an, und lass den Workflow nur dort arbeiten. Wenn das ein paar Tage gut läuft, stellst du die Adressen auf deine echten Bereiche um. Den Webhook ersetzt du dann durch einen Zeitplan, zum Beispiel werktags um 7:45.
Wie es weitergeht
Der Büro-Morgen ist der Auftakt: Ab dem 1. Dezember startet die Serie „n8n × Nextcloud“ mit Workflows, die im Büroalltag mit Nextcloud wirklich Arbeit abnehmen. Sie erscheint in der n8n-Übersicht. Dort findest du auch alle anderen Workflows zum Anklicken und Herunterladen.